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Samstag, 18. Juni 2016

Regina

Unsere Route führte uns heute zunächst nach Regina, der Hauptstadt der Provinz Saskatchewan. Hier bummelten wir über den Bazaart, den heute stattfindenen größten Kunst- und Kunstgewerbemarkt der Provinz unter freiem Himmel vor den Türen der McKenzie Art Gallery. Anschließend waren ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und auch ein Tankstellenbesuch war nötig - es lagen planmäßig noch weitere 400 km zu unserem heutigen Etappenziel vor uns. Erst weiter auf dem Trans-Canada-Highway, später auf kleineren Straßen fuhren wir nach Val Marie zum Visitor Centre des Grassland National Parks, einem der jüngsten Nationalparks des Landes. Vor uns konnten wir kräftige Gewitter beobachten. Das Visitor Centre hatte bereits geschlossen, einem Lageplan entnahmen wir, dass bis zum Campingplatz noch einmal 22 km zu fahren wären. Also fuhren wir los, um kurz darauf festzustellen, dass es sich um eine Schotterstraße handelte. Nach etwa 2 km wurde deren Zustand ziemlich schlecht; kurze Bodenwellen sorgten dafür, dass sich unser Wohnmobil bei mehr als Schrittgeschwindigkeit extrem aufschaukelte und so stark vibrierte, dass Schäden nicht auszuschließen wären. Jetzt war guter Rat teuer. Nach kurzer Diskussion der Alternativen beschlossen wir, unsere reservierte und bezahlte Campsite - und die avisierten Bisons, Klapperschlangen und sonstigen wilden Präriebewohner - sausen zu lassen und den Rückzug anzutreten. Eine uns mit ihrem Truck entgegenkommende Rangerin zeigte nur mäßiges Verständnis für unsere Sorgen (das Befahren von unbefestigten Straßen war uns eigentlich vom Vermieter verboten) und gab uns noch mit auf den Weg, dass für Swift Current eine Tornado-Warnung gemeldet sei. Damit war der Rückweg zum Trans-Canada-Highway nun auch keine empfehlenswerte Option mehr. Wieder auf festem Untergrund beratschlagten wir noch einmal und entschieden, auf kleineren Straßen unter Umgehung des Tornado-Warngebietes in Richtung unseres eigentlich für morgen geplanten Ziels, dem Cypress Hills Provincial Park, zu fahren - soweit wir es schaffen. Der Wind hatte inzwischen kräftig zugelegt und es war schon kurz vor 21 Uhr, als wir uns auf den Weg machten. Tatsächlich erreichten wir kurz vor Mitternacht - und nach rekordverdächtigen knapp 900 km Tagespensum - den Provincial Park, zum Glück ohne einem der unterwegs zahlreich die Straßenseite wechselnden Rehe zu nahe zu kommen. Den ausgehängten Anweisungen am unbesetzten Campground-Eingang folgend fanden wir in der Dunkelheit recht bald einen Stellplatz für den Rest der Nacht.

Beer tonight:
- Cobblestone Stout Draught, 4,2% Alc., Mill Street Brewery
- 1516 Lager, 5% Alc., Okanogan Spring Brewery

~Hubertus